ERZIEHUNGSWELTEN
  • ErziehungsWelten

    Ein Projekt von

    Diakonie Düsseldorf
    Caritas Düsseldorf
    PSZ Düsseldorf

    gefördert durch den Europäischen Integrationsfond EIF

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  • Erziehungswelten Abschlussfachtagung „Sprache-Macht-Rassismus“

    Von Aynur Tönjes, Diakonie Düsseldorf | 16.September 2015

    Bevor du sprichst, lasse deine Worte durch drei Tore schreiten. Beim ersten Tor frage: „Sind sie wahr?“ Am zweiten frage: „Sind sie notwendig?“ Am dritten Tor frage: „Sind sie freundlich?“ (Sufi Sprichwort)

    Zum Abschluss des dreijährigen Projektes Erziehungs­Welten fand am 22. Oktober 2014 die Fachtagung „Sprache – Macht – Rassismus“ in der Versöhnungs­kirche am Platz der Diakonie in Düsseldorf statt. Die Dokumentation zur Fachtagung finden Sie hier.

    …Die Sprache ist ein wesentliches Medium, das Vorurteile immer weiter transportiert, ohne dass es uns bewusst wird. Durch Sprache und das, was wir durch Medien und Geschichtserfahrungen erfah­ren, werden Bilder in unseren Köpfen gezeichnet, die wiederum unsere Erfahrungen und Gefühle prägen…

    Die Fotos in der Broschüre wurden von Violetta Odenwald gemacht. Auf diesem Wege unser herzlicher Dank!

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    Das Projekt ErziehungsWelten geht zu Ende

    Von Aynur Tönjes, Diakonie Düsseldorf | 3.Dezember 2014

    Das Projekt Erziehungswelten verabschiedet sich nach drei erfolgreichen Jahren. Wir bedanken uns bei allen für ihre Unterstützung, sich über die eigene Haltung  Gedanken zu machen und für ihre wunderbaren Feedbacks zu unserer Arbeit.

    Unsere Schulungsausstellung !Vielfalt Spielen! geht weiter.

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    Sie ist Bestandteil des Projektes „Matassa“ und beinhaltet viele neue Bücher zur Jugendliteratur. Hier finden Sie weitere Infos: www.jugendprojekt-matassa.de

    Unsere Schulungen zur Ausstellung besuchten mehr als 1000 Personen aus verschiedenen sozialen und pädagogischen Fachbereichen, Integrativen Diensten und dem Ehrenamt. Unsere sechs Fachtagungen  besuchten insgesamt 475 Gäste. Es hat uns viel Freude bereitet mit Themen wie z.B. wer wird in unserer Gesellschaft ausgegrenzt Anregungen und Ideen für die Praxis zu geben.

    Aus der letzten Fachtagung vom 22.10.2014 Sprache – Macht –Rassismus noch einige Impressionen:

     

    Die Fachtagung wurde von der Grafikerin Ka Schmitz Life visualisiert

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    Referentin: Hadija Haruna „Worte verfestigen Bilder und Sprache macht Rassismus“

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    Referentin: Dr. Eske Wollrad „Rassismus in Kinderbüchern“

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    Referentin: Prof. Dr. Astrid Messerschmidt „Der Wunsch nicht rassistisch zu sein – Selbstbilder in Bildungskontexten“

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    Referentin: Dr. Sabine Schiffer „Rassismuskritische Ansätze für einen verantwortungsvollen Journalismus“

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    Das Allerwichtigste

    Von Aynur Tönjes, Diakonie Düsseldorf | 4.November 2014

    Isabel Armenat, aus unserem Referat Ehrenamt rezensiert für Sie ausgewählte Bücher aus unserer Ausstellung Vielfalt Spielen!

    Das Allerwichtigste

    Im Rotwiesenwald lebten viele unterschiedliche Tiere und eines Tages hatten diese eine lebhafte Auseinandersetzung. Dabei ging es um das Allerwichtigste. Der Hase sagte, das Allerwichtigste sei es, lange Ohren zu haben. „Wenn man lange Ohren hat, bemerkt man auf der Stelle das kleinste verdächtige Geräusch eines Donners oder einer Gefahr und kann rechtzeitig wegrennen.“ Und die anderen Tiere überlegten, vielleicht ist das so. Doch der Igel sagte: „Das finde ich überhaupt nicht. Das Allerwichtigste ist es, Stacheln zu haben. Wenn man Stacheln hat, ist man sicher und geschützt.“ Und die anderen Tiere überlegten, vielleicht ist das so. Dann überlegten sie weiter und jedes einzelne Tier – angefangen vom Frosch mit seiner grünen Tarnfarbe, über die Giraffe mit ihrem langen Hals bis hin zum Biber mit seinen starken Zähnen – erklärte den Anderen, was das Allerwichtigste sei. Sie alle hatten gute Argumente, konnten sich aber dennoch nicht einigen. Dann sagte die weise Eule: „Vielleicht sind ALLE diese Dinge wichtig.“ „ALLE?!“ riefen die anderen verwundert und stellten sich vor, wie sie mit langen Ohren, Stacheln, einem Rüssel und Flügeln aussehen würden. Aber die Eule sagte dann „Nein, nicht alle zusammen! Jeder von uns hat etwas Wichtiges!“ Und damit waren die Tiere einverstanden.

    Wir leben in einer multikulturellen Gesellschaft in der jeder seine Stärken und Schwächen hat. Diese wundervolle Fabel zeigt auf, das es nicht nur okay, sondern gut ist, dass wir individuell und einzigartig sind. Das vorliegende Buch, dessen italienische Originalversion von Antonella Abbatiello geschrieben und illustriert wurde, ist in deutsch und französisch verfasst. Einen weiteren Mehrwert bieten die letzten Seiten, auf denen die Tiere noch einmal zweisprachig vorgestellt werden. Zu dem Buch gehört außerdem eine Hörspiel-CD. Dort wird die Geschichte in sechs weiteren Sprachen (englisch, griechisch, italienisch, russisch, spanisch und türkisch) vorgelesen und mit Musik hinterlegt.

    Das Allerwichtigste – Le plus important

    Das Allerwichtigste – Le plus important, verlegt von Edition Bilibri, München, Schlieker und Koth Verlag für mehrsprachige Kinderbücher

    ISBN 978-3-938735-38-1

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    Alte Damen

    Von Aynur Tönjes, Diakonie Düsseldorf | 4.November 2014

    Isabel Armenat, aus unserem Referat Ehrenamt rezensiert für Sie ausgewählte Bücher aus unserer Ausstellung Vielfalt Spielen!

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    Alte Damen sind nicht einfach nur alte Frauen. Nein! Alte Damen waren früher berufstätig und sind auch immer noch gerne unterwegs. Sie sind enorm vernünftig und haben furchtbar viel Lebenserfahrung. Alte Damen wissen immer ganz genau über alles Bescheid und sie kennen viele Tricks. Nachts können sie oft schlecht schlafen, dafür Mittags umso besser. Alte Damen riechen ganz lecker nach Maiglöckchenseife, Erdbeeren oder nach Schokoladenkeksen. Da sich alte Damen furchtbar gerne schick machen, haben sie auch manchmal einen Verehrer. Sie lieben Ausflüge ins Grüne. Am liebsten mit Freunden oder der Familie – denn alte Damen sind nicht so gerne allein. Alte Damen können im Schwimmbad keine Arschbomben mehr machen, dafür lassen sie aber keine Gelegenheit für eine Feier aus. Zu diesen Festen backen sie  meisterhafte Torten und Kuchen. Alte Damen kennen eine Menge Geschichten von früher und über alte Zeiten. Sie haben ganz viel zu erzählen. Wir müssen ihnen nur zuhören.

    Für ein besseres Miteinander und gegen Vorurteile: Das Buch ‚Alte Damen‘ von Franziska Kalch, beschäftigt sich mit dem „geheimen“ Leben von  alten Damen, wie Margarethe, Lilli, Traude, Violetta und Agathe und ihren Haustieren. Die Autorin hat dazu Kinder im Alter zwischen 4 und 10 Jahren befragt, wie sie sich alte Damen vorstellen und wie es sich wohl anfühlt alt zu sein. Mit je 1-2 Sätzen pro Seite und wundervollen Illustrationen sind in dem Buch diese Vorstellungen festgehalten. Kindern wird mit einer humorvollen Leichtigkeit verdeutlicht, dass ältere Menschen und alte Damen im Speziellen, eine ganze Menge zu bieten haben.

    Alte Damen

    Alte Damen, verlegt in der Michael Neugebauer Edition GmbH, Bargteheide

    ISBN 978-3-86566-087-9

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    Wer hat mein Eis gegessen?

    Von Aynur Tönjes, Diakonie Düsseldorf | 4.November 2014

    Isabel Armenat, aus unserem Referat Ehrenamt rezensiert für Sie ausgewählte Bücher aus unserer Ausstellung Vielfalt Spielen!

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    Vier große Kugeln Eis mit bunten Streuseln auf einer Eiswaffel sind für ein kleines Mädchen schon eine Herausforderung. Sie sitzt auf einer Parkbank bei einer Brücke und überlegt hin und her: „Wie soll ich bloß dieses Eis essen? Soll ich es nach und nach aufschlecken oder soll ich besser kleine Happen abbeißen? Wie kann ich es nur essen, ohne mich zu bekleckern?“ Auch die beiden kleinen Vögelchen rechts und links neben dem Mädchen scheinen ratlos. Doch dann springt ein Ungeheuer unter der Brücke hervor und versucht, das Mädchen zu überzeugen, ihr Eis von unten nach oben zu schlecken. Auf diese Weise würde sie sich nicht bekleckern. Um das gesagte noch deutlicher zu machen, schleckt das Ungeheuer einen Teil des Eises von der Waffel. Doch bevor das Mädchen es dem Ungeheuer nachmachen kann, erscheint plötzlich ein Drache, der empfiehlt, das Eis von oben nach unten zu schlecken. „Auf die Art kannst du dich nicht bekleckern. Gib her, ich zeig es dir!“ Das Mädchen möchte den Rat des Drachen annehmen und das Eis von oben nach unten schlecken. Doch dann erscheint ein Greif, der noch eine anderen Vorschlag hat. Auch er zeigt dem Mädchen wie man am besten Eis isst, ohne sich zu bekleckern. Nachdem auch noch eine Nixe es ihren Vorgängern gleich getan hat, stellt das Mädchen traurig fest, dass kein bisschen Eis übriggeblieben ist. Nur die Eiswaffel war noch übrig. Noch, denn dann erschien plötzlich ein Riese mit fünf Köpfen. Aber bevor der auch nur ein Wort sagen konnten, öffnete das Mädchen ihren Mund ganz weit und stopfte sich die Eiswaffel in einem einzigen Happen hinein, kaute blitzschnell und schluckte sie dann herunter. Zufrieden dachte das kleine Mädchen bei sich: „Beim nächsten Mal esse ich mein Eis so, wie ich es will!“

    Mit dieser wunderbar illustrierten und leicht verständlich geschriebenen Geschichte für Kinder ab 4 Jahren, soll diesen auf spielerische Weise Selbstvertrauen nahe gelegt werden. Die Autorin Ranina Zaghir und die Illustratorin Racelle Ishak schaffen das, indem sie eine Frage behandeln, die sich bestimmt schon jedes Kind auf dieser Welt gestellt hat. Das Büchlein ist in deutsch und auf arabisch verfasst. „Wir hatten die Geschichte ‚Wer hat mein Eis gegessen?‘ seit einigen Jahren als arabisch-deutsche Ausgabe im Programm, doch dann trat die Stiftung Zuhören auf uns zu, weil sie ein Buch für Ihre Materialbox zur Mehrsprachigkeit suchten und ihnen die Geschichte so gut gefiel. Sie haben mit dem Hessischen Rundfunk die Hör-CD produziert, wir die dazugehörigen Bücher. Nun ist alles fertig, man kann jedes Buch und die Hör-CD einzeln oder als preisgünstige Box (1 Buch in 19 zweisprachigen Ausgaben + Hör-CD) bei uns erwerben“, so Stephan Trudewind vom Verlag Edition Orient.

    Wer hat mein Eis gegessen

    Wer hat mein Eis gegessen, aus dem Arabischen übersetzt von Petra Dünges, erschienen im Verlag Edition Orient, Berlin

    ISBN 978-3-922825-81-4

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    Mein neuer Freund, der Mond

    Von Aynur Tönjes, Diakonie Düsseldorf | 4.November 2014

    Isabel Armenat, aus unserem Referat Ehrenamt rezensiert für Sie ausgewählte Bücher aus unserer Ausstellung Vielfalt Spielen!

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    Ein kleiner Junge namens Karim besucht seinen Großvater. Als er am Abend den Großvater verlässt und auf sein schnelles Fahrrad steigt und in eine kleine Gasse einbiegt, bemerkt er im Rückspiegel den Mond und wundert sich. „Gerade eben war der Mond doch noch in der Straße meines Großvaters. Hat der Mond etwa auch so ein schnelles Fahrrad wie ich?“ Karim biegt auf dem Weg nach Hause in einen Weg ein. Dort versteckt er sich hinter dicken Bäumen und beobachtet den Mond, der ihm auf Schritt und Tritt zu folgen scheint. Karim glaubt, der Mond möchte mit ihm spielen. Also klettert er wieder auf sein Fahrrad – dabei stellt er voller Freude fest: „Der Mond ist mal vor- und mal hinter mir. Mal ist er rechts und mal links von mir. Natürlich, er will mich begleiten!“ Karim findet den Mond einfach wunderbar. Wunderbar und zauberhaft. Zu Hause angekommen, erzählt Karim seinen Eltern von seinem neuen Freund dem Mond. Er sagt: „Er hat mich kein einziges Mal verlassen. Der Mond kennt mich!“ Der Vater erklärt Karim, dass der Mond ganz weit weg ist, der Himmel riesig groß ist und dass es deshalb so scheint, als wenn der Mond immer da sei. Karim aber spürt den Mond ganz nah. Und bevor er einschläft, lächelt Karim und wünscht seinem neuen Freund eine gute Nacht.

    Für Karim, den kleinen Protagonisten des Kinderbuches von Walid Taher, ist der Mond kein weit entfernter Himmelskörper, der Flut und Ebbe auf der Erde reguliert. Der Mond ist für Karim ein Freund und Begleiter, mit dem er spielen und Spaß haben kann. Er fühlt den Mond ganz nah bei sich und das bringt den kleinen Jungen zum Lächeln. Die Fantasie von Kindern ist geradezu grenzenlos. Für sie kann jeder – ob Mensch, Tier, ein Spielzeug oder sogar der Mond – zum Freund werden. Vorurteile kennen sie dabei nicht. Mein neuer Freund, der Mond ist eine wundervolle Geschichte, die Kinder dazu animiert sich mit der Welt um sie herum auseinanderzusetzen, Fragen zu stellen und ihre Fantasie spielen zu lassen. Erwachsene lernen, dass Kinder die Welt mit offenen Augen und ohne Vorurteile betrachten. Das Buch ist in deutsch und arabisch verfasst. Für die Illustrationen des vorliegenden Buches ‚Mein neuer Freund, der Mond‘ wurde der Autor im Jahr 2011 in Ägypten mit dem 2. Preis des Suzanne-Mubarak-Wettbewerbs für Kinderliteratur ausgezeichnet.

    Mein neuer Freund, der Mond

    Mein neuer Freund, der Mond, verfasst und illustriert von Walid Taher, verlegt 2004 by Edition Orient, Berlin

    ISBN 978-3-922825-66-1

     

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    Ein mittelschönes Leben – Ein Kinderbuch über Obdachlosigkeit

    Von Aynur Tönjes, Diakonie Düsseldorf | 2.September 2014

    Isabel Armenat, aus unserem Referat Ehrenamt rezensiert für Sie ausgewählte Bücher aus unserer Ausstellung Vielfalt Spielen!

    Ein mittelschönes Leben

    Früher war der Mann auch mal ein Kind. Da wohnte er zusammen mit seinen Eltern und seinem Meerschweinchen Lucky in einer hübschen kleinen Wohnung. Zur Schule ist der Mann mittelgerne gegangen. Am liebsten hat der Mann mit seinen Freunden Fußball gespielt. Darin war er ziemlich gut. Besser als mittelgut. Eigentlich wollte der Mann einmal Profi werden, aber sein Vater fand die Idee bescheuert, also hat der Mann eine Ausbildung angefangen. Jeden Tag ist er früh morgens aufgestanden und zur Arbeit gegangen. Am Wochenende hat er in der Disko Simone kennengelernt. Die beiden haben geheiratet und zwei Kinder bekommen. Einen Jungen, der hieß Luca und dann ein Mädchen, das haben sie Leonie genannt. Als der Mann eine Familie hatte, war das eine schöne Zeit. Damit sie alle gemeinsam auch mal in den Urlaub fahren und sich ein Auto leisten konnten, hat der Mann viele Überstunden gemacht. Deswegen war er abends oft sehr müde und er hat sich mit einem Bier vor den Fernseher gesetzt. Aber Leonie und Luca hat er immer einen Gutenachtkuss gegeben. Er und Simone haben sich irgendwann nicht mehr so gut verstanden und sie haben sich scheiden lassen. Als Simone und Luca und Leonie weg waren, hat der Mann ganz alleine in der Wohnung gewohnt, da hat er sich manchmal einsam gefühlt. Der Mann hat dann immer öfter vor dem Fernseher gesessen und Bier getrunken. Seine Arbeit hat er dann auch verloren. Zum Glück hat er dann eine neue gefunden, aber in einer anderen Stadt. Trotzdem hat sich der Mann zunächst gefreut und sogar ein neues Auto, neue Möbel für seine neue Wohnung und neue Kleidung gekauft. In der anderen Stadt kannte er niemanden und weil die Firma, in der er angefangen hatte zu arbeiten, ihn auch entlassen musste, hatte der Mann bald nichts mehr außer Schulden. Davon wussten seine Kinder aber nichts und einmal haben sonntags plötzlich Luca und Leonie vor der Tür gestanden, um ihn zu besuchen. Die Wohnung und auch der Mann sahen gar nicht schön aus. Nicht mal mittelschön. Und Leonie hat sogar geweint. Da der Mann die Miete nicht bezahlt hatte, musste er irgendwann aus der Wohnung ausziehen. Im Sommer wohnt der Mann jetzt im Park. Im Eingang eines Kaufhauses wohnt er während des Winters. Der Mann ist ganz viel alleine und denkt oft an sein altes Leben zurück. Trotzdem hofft der Mann, dass nicht irgendwann Leonie und Luca zufällig vorbeikommen, denn er schämt sich für sein Aussehen und dafür, dass er kein zu Hause hat.

     

    Obdachlose waren auch mal Kinder. Sie alle haben eine Vergangenheit und ihre ganz eigenen Geschichten. Die Geschichte von dem Mann im Buch ist plausibel und anschaulich geschrieben, sodass auch Kinder einen guten Bezug zum Thema entwickeln können. Das der Protagonist in dem Buch keinen Namen trägt, unterstreicht die Anonymität, in die Menschen geraten, wenn sie auf der Straße leben und von der Gesellschaft nicht mehr wahrgenommen werden.

    Bonus: Im Anschluss an die Geschichte über ein mittelschönes Leben, stellen Grundschüler Fragen an die Verkäufer des Straßenmagazins Hinz&Kunzt. Zusätzlich zu den Fragen und Antworten erläutert die schlaue Ratte einige der angesprochenen Themen. Ein wichtiges Buch, das zum Nachdenken und Diskutieren anregen soll.

    Ein mittelschönes Leben

    Autorin: Kirsten Boie

    Illustratorin: Jutta Bauer

    Ein mittelschönes Leben wurde in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Straßenmagazin Hinz&Kunzt entwickelt. Es ist erstmalig 2008 als Softcover-Ausgabe bei Hinz&Kunztgemeinnützige Verlags- und Vertriebs GmbH erschienen und nach wie vor zu einem Preis von 4,80,- Euro unter: www.hinzundkunzt.de erhältlich und unter www.einmittelschoenesleben.de finden Sie noch weitere Informationen zum Buch.

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    Rezensionen zu König & König und Das schwarze Buch der Farben

    Von Aynur Tönjes, Diakonie Düsseldorf | 19.August 2014

    Isabel Armenat, aus unserem Referat Ehrenamt rezensiert für Sie ausgewählte Bücher aus unserer Ausstellung Vielfalt Spielen! Hier schon mal zwei sehr empfehlenswerte Bücher.

    König & König

    Koenig und Koenig

    Die alte Königin wohnt gemeinsam mit dem jungen Prinzen und der Hof Katze hoch oben auf einem Berg, und da sie schon seit sehr langer Zeit auf dem Thron sitzt, ist sie es eines Tages leid. Sie beschließt, noch vor Ende des Sommers in Rente zu gehen und möchte, dass ihr Sohn zukünftig die Krone trägt und regiert. Dazu muss der bis dahin unverheiratete Prinz aber erstmal eine passende Gemahlin finden. Prinzessinnen aus der ganzen Welt werden an den Hof geladen. Doch weder die singende Aria aus Österreich, Dolly aus Texas, die lustige grüne Prinzessin aus Grönland oder die elegante Radschandimaschputtin aus Bombay können den Prinzen und seine Mutter so recht überzeugen. Beide sind ziemlich ratlos – bis noch eine letzte Kandidatin, Prinzessin Liebegunde, samt ihrem Bruder, Prinz Herrlich, das Schloss betreten. Da ist es plötzlich um den jungen Prinzen geschehen – es ist Liebe auf den ersten Blick. „Was für ein bildschöner Prinz!“, ruft der Prinz aus. Und Prinz Herrlich erwidert: „Was für ein bildschöner Prinz!“ Die beiden heiraten, es wird ein großes Fest gefeiert, die alte Königin hat endlich mehr Zeit für sich, und die beiden Prinzen gehen von nun an als König & König durchs Leben. „Und alle lebten noch lange glücklich und zufrieden.“

    Die Geschichte von König & König beginnt und endet wie ein klassisches Märchen. Dass der junge Prinz am Ende einen anderen Prinzen und eben keine der zahlreichen Prinzessinnen heiratet, wird nicht umständlich thematisiert. Homosexualität wird als Selbstverständlichkeit angesehen. Wie selbstverständlich verwendet die Illustratorin in ihren Collagen auch unterschiedliche Stilmittel und Materialien. Das detailverliebte und abwechslungsreich gestaltete Buch bleibt auch beim Mehrmaligen in die Hand nehmen spannend und lädt Kinder sowie Erwachsene zum Lesen und Schmunzeln ein.

     

    König & König

    Die deutschsprachige Ausgabe ist im Gerstenberg Verlag, Hildesheim erschienen

    ISBN 978-3-8369-5239-2

     Das schwarze Buch der Farben

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    Für Thomas, den Protagonisten des Buches, schmeckt Gelb nach Senf, mit Blau verbindet er den Himmel, wenn die Sonne seinen Kopf wärmt, und die Farbe Grün duftet für ihn nach frisch gemähtem Gras. Die unbunte, Licht absorbierende Farbe Schwarz ist für ihn sogar die Königin der Farben, weil er mit ihr das Haar und die wärmende Umarmung seiner Mutter assoziiert. Auf den linken Seiten des Buches beschreibt Thomas wie die unterschiedlichen Farben sich für ihn anfühlen, schmecken oder riechen. Darüber steht der geschriebene Satz in Braille-Schrift. Immer auf der jeweils rechten Seite sind die Eindrücke von Thomas reliefartig aufgedruckt, sodass die Leserin und der Leser diese mit den Fingerspitzen erfühlen und nachempfinden kann. Das schwarze Buch der Farben lädt Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit und ohne Sehbehinderung ein, alle ihre Sinne zu sensibilisieren und sich fantasievoll mit der auch für Blinde bunten Welt auseinanderzusetzen. Einen weiteren Mehrwert bietet das Buch durch das abgedruckte Braille-Alphabet samt Zahlen auf den letzten Seiten.

    Menena Cottin, geboren 1950 in Caracas, Venezuela, studierte Graphikdesign, kreatives Schreiben und Filmanimation in Venezuela und den USA. Sie lebt als Autorin und Illustratorin in Venezuela. Rosana Faría studierte Graphikdesign in Venezuela. Sie arbeitet heute als Kinderbuchillustratorin, Dozentin und Art Dierctor.

     

    Das schwarze Buch der Farben

    Die deutschsprachige Ausgabe ist im S.Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main erschienen

    ISBN 978-3-596-85305-2

    Hier finden Sie weitere Informationen zu den Ehrenämtern der Diakonie: Ehrenamt in der Diakonie & Freiwilligenzentrale MachMit

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    „Einladung zur Fachtagung „Sprache-Macht-Rassismus“ am 22.10.14

    Von Aynur Tönjes, Diakonie Düsseldorf | 28.Juli 2014

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    Die Fachtagung befasst sich mit der Auseinandersetzung unserer Sprache, der Macht und dem Rassismus der darin zu finden ist. In Kinderbüchern, im Alltag, in der Bildung und in den Medien.  Die Referentinnen der Fachtagung Hadija Haruna, Dr. Eske Wollrad, Prof. Dr. Astrid Messerschmidt und Dr. Sabine Schiffer werden dazu kompetente Ansätze aufzeigen. Freuen Sie sich auch auf die Grafikerin Ka Schmitz, sie wird die Fachtagung live visualisieren.

    Alle wichtigen Informationen entnehmen Sie bitte unserem Einladungsflyer. Bitte klicken Sie hier.

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    Sprint bei !Vielfalt Spielen!

    Von Aynur Tönjes, Diakonie Düsseldorf | 2.Juni 2014

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    Die renatec GmbH ist eine Toch­tergesellschaft der Diakonie Düsseldorf. Seit 1986 hat sie zahlreiche Angebote zur berufli­chen Qualifizierung arbeitsloser Menschen entwickelt und erfolg­reich umgesetzt. Jährlich werden 950 Menschen bei ihrem Wiedereinstieg auf den Arbeitsmarkt unterstützt.

     

    Auch in diesem Jahr  besuchten 16 angehende Sprach-  und IntegrationsmittlerInnen am 7.Mai 2014 die Ausstellung !Vielfalt Spielen! im Rahmen des Projektes ErziehungsWelten. Die TeilnehmerInnen diskutierten angeregt über Themen rund um den Interkulturellen Dialog,  zeigten großes Interesse und Offenheit für neue Themen.

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    Zitate von BesucherInnen:

    „Besonders gut war die Vielfalt der ausgestellten Medien, der Vortrag und der Raum für Diskussionen.“

    „Das Gesamte Angebot war sehr interessant.“

    „Wir finden es einfach sehr schade, dass es dieses Angebot nur in Düsseldorf gibt.“

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    Die angehenden Sprach- und IntegrationsmittlerInnen aus verschiedenen kulturellen Kontexten gaben mit Ihren Beiträgen neue Impulse für die Weiterentwicklung des Projektes.   Auch die Leiterin, Frau Blum, betonte die Wichtigkeit dieses Projektes und war so begeistert, dass sie bereits einen zweiten Besuch ankündigte.

    Am 29.Mai 2013 kamen 24 angehende Sprach-und IntegrationsmittlerInnen in das Projekt ErziehungsWelten. Die TeilnehmerInnen aus verschiedenen Ländern konnten neue Impulse zu den Themen des Interkulturellen Dialogs kennenlernen und diskutieren.

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    Zitate von BesucherInnen:

    „Besonders gut gefallen hat mir die Sicht auf die Vielfalt der Religionen und Familienentwicklung, Familie ist ja viel mehr!“

    „Viele gute Anreize, tolle Themenauswahl…nur mehr Zeit für Diskussionen…wenn möglich 4-5 Stunden pro Gruppe und Führung!“

    „Vielen Dank für den anderen Blick!“

    „Jeder Mensch ist einzigartig und alle gehören zusammen! Das wurde sehr gut erklärt“

    Mit einem hohen Diskussionsbedarf, konnten sich die angehenden Sprach- und IntegrationsmittlerInnen zu allen Themen und Fragen sehr gut einbringen, waren hoch interessiert und setzten auch für die Ideen des Projektes/der Ausstellung neue Akzente.

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    Zitat einer BesucherIn:

    „Die Vorstellung der Bücher war klasse, so eine Vielfalt. Die Bücher sollten in jeder Bücherei zu finden sein!“

    Sprint Düsseldorf – Menschen die sich in die Gesellschaft einmischen und  kritisch hinterfragen…mehr davon!

    Hier erfahren Sie mehr zu Sprint Düsseldorf.

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